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Über die Amtstracht Robe, die an Deutschen Gerichten getragen wird

 
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Die Robe der Deutschen Justiz - Ursprung und Tradition

Die Robe der Deutschen Justiz - Ursprung und Tradition

Die Robe, die an Deutschen Gerichten getragen wird, hat den Ursprung in einer Kabinettsorder, die König Friedrich Wilhelm I am 15.12.1726 erließ. Die in der späteren Folge erlassene Rechtsverordnung des Justizministeriums vom 2. und 3. Januar 1948 beschrieb Aussehen und Beschaffenheit der Robe so:

  • "Die Amtstracht der Richter, Staatsanwälte, Gerichtsschreiber und Rechtsanwälte soll aus einem schwarzen Gewande, weißer Halsbinde und schwarzem Barret bestehen.
  • Das bis über die Mitte des Unterschenkels herabreichende faltenreiche, mit weiten offenen Aermeln versehene und vor der Brust zu schließende Gewand wird aus Wollstoff gefertigt. Um den Hals läuft ein 16 Centimeter breiter Besatz in Form eines flach anliegenden Ueberschlagkragens, welcher sich an den Vorderseiten des Gewandes bis zum unteren Rande desselben in 11 Centimeter Breite fortsetzt. Die Aermel zeichen am unteren Rande einen Besatz von 8 Centimeter Breite. Der Besatz ist für die Richter und Staatsanwälte von schwarzem Sammet, für die Rechtsanwälte von schwarzer Seide. Das Amtsgewand der Gerichtsschreiber hat einen schmalen Umschlagkragen und ist ohne Besatz.
  • Das Baret besteht aus einem rund geschnittenen und leicht gefalteten Kopfteile von schwarzem Wollstoff, um welchen sich ein nur am unteren Theile befestigter, oben aber frei abstehender und an beiden Kopfseiten mit einem dreieckigen Einschnitt versehener steifer Rand von 8 Centimeter Breite herumlegt. Die Bekleidung des Randes ist für die Richter und Staatsanwälte: schwarzer Sammet; für die Rechtsanwälte: schwarze Seide; für die Gerichtsschreiber: schwarzer Wollstoff. Das Barret ist ferner an dem oberen Theile des Randes zu umlaufend garniert:
    • a) für die Präsidenten der Oberlandesgerichte: mit zwei goldenen Schnüren (Bordage) von zwei Millimeter Breite;
    • b) für die Senatspräsidenten der Oberlandesgerichte und die Oberstaatsanwälte: mit einer goldenen Schnur von derselben Breite;
    • c) für die Präsidenten der Landgerichte: mit zwei silbernen Schnüren von derselben Breite;
    • d) für die Direktoren und die Ersten Staatsanwälte bei den Landgerichten mit einer silbernen Schnur von derselbsen Breite."

Eine Allgemeinverordnung des Reichsjustizministers vom 26.06.1936 regelte die Beschaffenheit der Amtstracht von Grund auf neu. Dabei entfiel die Tragepflicht eines Baretts. Die Robe als Amtstracht blieb jedoch seit ihrer Einführung bis zum heutigen Tag erhalten. Die Gerichtsrobe ist in weiten Teilen der Welt die Standestracht juristischer Funktionsträger. Sie ist Sinnbild gerichtlicher Würde und visuelles Abgrenzungsmerkmal. Robenträger agieren vor Gericht nicht als private Individuen, sondern als Elemente der Rechtsordnung. Durch die vorgeschriebene Einheitlichkeit der Anwaltsrobe wird erreicht, dass alle ihre Träger im Rahmen der rechtlichen Vorgaben gleichgestellt sind und es nicht darauf ankommt, ob sich ein Anwalt eine teure Kleidung leisten kann oder nicht.

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